Es ist ein ganz normaler Freitag. Mein Alltag diktiert mir, dass ich um 16.35 eins meiner Kinder beim Akkordeonunterricht absetzen muss, um ihn 45 Minuten später wieder abzuholen. In der Zwischenzeit muss ich schnell noch meinen Dreijährigen überreden, mit mir den Wochenendeinkauf zu machen, ohne, dass er sich auf den Boden schmeisst.
Eigentlich hätte ich schon heute morgen den Kunststoffmüll wegwerfen müssen, denn sonst habe ich keinen leeren Einkaufskorb im Auto. Als ich von zuhause wegfahren war, habe ich mich mit meinem Ältesten gestritten, weil er meinte, er solle den ganzen Nachmittag Wii spielen dürfen – ich sei die unfairste Mutter auf dem Planeten, weil ich finde, er könne sich in seinem Alter zwei Stunden ohne die Hilfe von elektronischen Geräten alleine beschäftigen.
Alles zusammen war ich also eigentlich nicht mit unüberwindbaren, weltverändernden Herausforderungen konfrontiert. Nur ein ganz normaler Tag am Ende einer langen Woche. Und doch war ich genervt, erschöpft und fühlte mich meinerseits auch irgendwie ungerecht behandelt.



