Wenn durchwachte Nächte, Augenringe bis zu den Mundwinkeln und gefühlter Dauerkater im Moment Dinge sind, die euer Leben bestimmen, dann ....

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Feb 15, 2012

Bald ist Rosenmontag, sogar hier in Berlin. Sebastian plant schon seit Monaten seine Kostümierung. Das muss er von mir haben, schließlich bin ich Exil-Mainzerin. Als ich ihn fragte, als was er sich verkleiden will kam die überzeugte Antwort:

“Ich gehe als Star Wars”.
“Schätzchen, Du kannst nicht “Star Wars” sein, entweder Du bist Luke Skywalker oder Anakin oder dieser dunkle Typ….”
“Dawäda”, weiss Sebastian als echter Cineast.
“Sebastian, das heisst Dar-th- Vader, weisst Du, das ist englisch, das ist ein Tiäitsch!”
“Ok, dann gehe ich als Darf Väda.”
Ich gebe die sprachliche Frühförderung auf, um mich mit der Kostümplanung zu beschäftigen.

Die ist schnell abgeschlossen, denn Sebastian hat von seinem Opa aus den USA ein pädagogisch wertvolles Star-Wars Set geschenkt bekommen. Aus einem garantiert unbedenklich und nachhaltig produzierenden asiatischen Plastik-Konglomerat mit extra vielen Weichmachern. Denn die Regel ist: Je schreiend bunter und pädagogisch bedenklicher ein Spielzeug ist, desto mehr wird es von meinem Sohn geliebt.





Feb 09, 2012
Egal, welche Zeitschrift ich aufschlage, andauernd will mir irgendjemand sagen was ich gerade mal wieder verkehrt mache. Im Fall der Nido ist es nun so: Ich verwöhne mein Kind, ich lasse es überbehütet aufwachsen (schränke dadurch seine Entwicklungsmöglichkeiten ein), mein Erziehungsstil ist außerdem geprägt von Erpressung und Bestechung. Insgesamt also: GANZ schlecht alles.

Eigentlich lauert um die Ecke schon wieder mein schlechtes Gewissen. Aber nachdem ich ja sowieso beschlossen habe, meine guten Vorsätze für dieses Jahr gleich mal zu vergessen, kann ich bei der Gelegenheit auch mein schlechtes Gewissen in die Tonne treten.

Es ist mir also ab sofort egal, dass

-mein Sohn „nur“ ein Einzelkind ist. Um ehrlich zu sein, ich wollte nur ein Kind und jetzt ist es zu spät.


Feb 02, 2012

Einer meiner Kollegen ist Ausbilder, hat ergo täglich mit Teenies zu tun. Während seine Schützlinge eine hohe Meinung von sich haben, in Sachen Unterbringung und Schulungen höchste Ansprüche an Ausbilder und Lehrer stellen, fällt die Meinung meines Kollegen weniger positiv aus. Kurz und knapp zusammengefaßt klingt sie ungefähr so: Schnarchnasen und Weicheier! Morgens wird verschlafen. Krankheit wird oft gemeldet, dafür dann zu spät. Falls überhaupt. Entfernen vom Arbeitsplatz ist keine Seltenheit; rauchenderweise im Hof beispielsweise. Und Berufsschullehrer beklagen sich über rüpelhaftes Betragen. Woran das wohl liegt? Mittelmaßmama hat mittlerweile ihre eigene Theorie dazu:


Jan 26, 2012

Es scheppert und ich bin schlagartig wach. Was war das? Ich setze mich erschrocken im Bett auf, meine linke Hand tastet nach meinem Mann, während ich mit aufgerissenen Augen zur Schlafzimmertür blicke. Dann auf den Wecker. 2 Uhr morgens. Schatz?, flüstere ich meinem Mann zu. Schatz?

Ich blicke auf seine Seite vom Bett. Kein Schatz. Was ist denn hier los? Wo steckt der Kerl denn um die Zeit?

Ich habe ein leicht beklemmendes Gefühl als ich mich langsam aus dem Bett wühle und auf leisen Sohlen durchs Haus stapfe. Schließlich will ich die Kinder nicht wecken. Am Kinderzimmer vorbei, die Treppe runter in den Wohnbereich schleiche ich. Da – Licht im Arbeitszimmer.


Jan 23, 2012
…kommt meistens ein “sub-prime-Immobiliengeschäft” heraus. Das ist bei Bundespräsident Wulff so und das ist bei Frau Mutter nicht anders. Besonders wenn man nicht so flüssig ist oder auf Kriegsfuss mit der Prozentrechnung steht (Frau Mutter und Herr Bundespräsident) Mein Mann ist auch nicht besser. Seit der sechsten Klasse Gymnasium kennen wir uns nun schon und arbeiten an der Multiplikation, nur mit Mathematik hat das wenig zu tun.

Ein Darlehensvertrag kann schon verwirren

Nun haben wir also ein Haus gekauft. Unsere Bankauszüge können wir gerade noch so verstehen, aber ein Darlehensvertrag? Effektivzins? Sondertilgung? Bereitstellungsfreie Zeit? Da wir uns in das Haus verliebt haben, wie eine 13jährige in Justin Bieber haben wir bei der Bank einfach immer nur freundlich genickt und unterschrieben. Man kann ja im Moment kaum Fehler machen, wenn man ein Haus kauft, oder? Sogar Bundespräsident Wulff schafft das und der wohnt ja immerhin in einem Schloss. Einen Handschlag wollte unsere Bank leider aber nicht als Sicherheit akzeptieren und wir Normalbürger mussten natürlich Sicherheiten vorweisen. Meine aussichtsreiche und gesellschaftlich hoch anerkannte Stellung als Bloggerin hat da nicht ausgereicht. Ehrliches Geld muss her. Plötzlich aber fehlen uns einige tausend Euro. Wo sind sie? Ich habe immer eifrig alle Zahlen in den schicken Taschenrechner eingetippt, aber die Tausis sind weg.

Sprechen Sie „notarisch“?


Jan 13, 2012

Ich erinnere mich noch, als wenn es heute wär: An meinen IKEA-Besuch vor Jahren. Mit Säugling und Kleinkind fräste ich durch die Regale. Ich weiß nicht mehr, wonach ich suchte. Aber ich weiß noch, dass während ich in Schweiß und Tränen aufgelöst mit meinem Nachwuchs auf dem Parkplatz stand, zwei Mütter samt Kindern an mir vorbei schwebten; lächelnd, Mona Lisa gleich, mit Pullover, Blüschen und Perlenkette. Samtbänder hielten die blondierten Haare im Nacken. Ich habe sie auf den ersten Blick gehasst! Aber warum? Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr habe ich gegrübelt. Und bin erst heute auf die Antwort gekommen, während ich das Klo gescheuert habe.

Mein Sohn hat die liederliche Angewohnheit, im Stehen zu pinkeln. Er glaubt immer, Mama merkt es nicht. Hinterläßt aber besonders nachts verräterische Spuren. Sei es unter der Klobrille, oder - im schlimmsten Fall - um das ganze Klo herum. Von der Keramik Pipi zu putzen, dass sind die Momente, da hasse ich meinen Sohn ähnlich inbrünstig wie diese Perlenkettchen-Mama-Liga. Heute endlich ging mir auf, dass es da einen Zusammenhang gibt:

Denn die Perlenkettchen-Mamas, die flanierten an mir vorbei, als ob sie niemals solche Gefühle hegen wie ich. Sie sahen aus wie die Inkarnation dieser Mütter, deren Babys schon ab Monat 2 acht Stunden am Stück schlafen. Die niemals einen Milchstau haben. Deren Haushalt glänzt. Die nicht nur die Brut jederzeit schmierfrei in den Kinderwagen setzen, sondern auch selbst wie aus dem Ei gepellt aussehen. Diese Muttis, die wissen, wie man mit Fieber und Bauchweh umgeht, die niemals in einer Kinderklinik landen, weil sich der Nachwuchs die Seele aus dem Leib kotzt. Die es auf drei oder vier Kinder bringen, weil alles doch so easy läuft. Und die ihrem Mann dabei niemals auf die Nerven gehen. Die ich dafür hasse, dass sie sind, was ich nicht bin, aber zugegebener Maßen gerne wäre. Und die mir mein Bekanntenkreis vor Augen hält, wie einstmals meine Eltern mir den Klassenschleimer als Vorbild nahelegten: Was der doch für gute Noten hatte!

Ich hasse mich, dass ich nicht so sein kann wie sie. Und ich hasse sie, weil sie das Leben mit Kind wie einen Spaziergang zu IKEA aussehen lassen, selbst wenn es ihnen vielleicht so manches Mal ganz anders gehen sollte. Niemals lassen sie sich gehen, hetzen im Trainingsanzug in den Supermarkt, oder würden ihrer Friseuse gestehen, mitunter gänzlich überfordert zu sein. Und damit knabbern sie nicht nur an meinem Ego, es gibt etwas, was noch viel furchtbarer ist. Haben wir es nicht auch ihnen zu verdanken, dass uns aus den Medien so dämliche Werbung entgegenstarrt wie die der Telekom: "Alle sagen, Job und Kind sei eine Doppelbelastung. Ich habe mich für Doppelfreude entschieden!" (Lächelt blonde Schwangere mit Kettchen.)

Empfinde ich eigentlich keine Doppelfreude, auch wenn ich gleichzeitig eine Doppellast zu wuppen habe? Bin ich eine Versagerin, nur weil ich nicht immer lächele, mein Nachwuchs auch nach 3 Jahren mitten in der Nacht nach Mama kräht? Ich nicht in aller Ruhe den Kinderwagen schiebe, sondern zwischen Arbeit, Kindergarten, Hort, Hausaufgaben und Kinderkursen hin und her zu rasen pflege? Um pro Abend mit dreißig grauen Haaren und einigen Fältchen und Krampfadern mehr auf dem Sofa niederzusinken?

Während ich den letzten Urinfleck vom Klo beseitigt habe, habe ich beschlossen, dass das Perlenkettchen allenfalls zum BusinessDress einer WorkingMum gehört, und andernfalls von nun an ganz offiziell, erklärbar und mit gutem Gewissen zu meinem persönlichen Mama-Hass-Bild gehört.

Jetzt würde mich nur noch eines interessieren: Welche Hassbilder habt Ihr?

Gepostet von Mittelmaßmama auf ihrem Blog. Vielen Dank!


Dez 20, 2011
Dienstag Nachmittag 15:30 - Maurice kommt zur U8

Rote Wangen, kleine Schweißperlen auf der zarten Haut, so steht sie neben mir, meine fitte MFA (medizinische Fachangestellte).

„Ich habe eben den Entwicklungstest zur U8 (Vorsorgeuntersuchung mit 4 Jahren) bei Maurice gemacht. Mann, das war ein hartes Stück Arbeit!“

„Malen?“


Dez 08, 2011

Donnerstagmorgen. Patient: Xaver. Alter: 5 Jahre.

„Ich habe die Erzieherin meines jüngsten Sohnes um ihre Meinung zur bevorstehenden Einschulung gefragt.“

„Aha“, sage ich, „Und was hat die gute Frau gesagt?“


Dez 05, 2011
Wir Frauen können es nicht lassen. Wir stellen das Heim in den Vordergrund und machen uns zur Hausfrau. Entweder selbst reinigend oder eine Putzfrau kontrollierend. Mädels, wir sollten uns entspannen! Daher hier Hausfrauen-Yoga Übung #1: Krümel-Pranayama

Langsam durch Küche, Ess- und Wohnzimmer wandeln. Den Kopf langsam wenden und mit dem Blick nach Krümeln suchen. Tief ein- und ausatmen.

Langsam zum Staubsauger wandeln und ... stehen lassen. Tief ein- und ausatmen. Langsam jeden einzelnen Krümel besuchen und murmeln: "Du gut, ich gut!" TIEEEEF ein- und ausatmen. Wiederholen.



Wenn Du es bei dieser Übung auf mindestens drei staubsaugerfreie Tage bringst, hat nicht Dein Haushalt Dich, sondern hast Du Deinen Haushalt im Griff!

Mehr aus dem Blog Mama oder Management? Mama-nagement. Vielen Dank dafür.


Nov 28, 2011
Ja, von Männern kann man so einiges lernen.

Das eine war, wen das Protokollschreiben trifft. Das zweite ist, was man daraus machen kann. Auch das hat unser einziger männlicher Vertreter im Elternbeirat mir gezeigt.

Nachdem er nämlich zur Protokollführung verdonnert war, hat er sich nicht nur dieser Aufgabe gestellt. Er hat sie optimiert. Er hat sie genutzt, um der Welt - also uns Weibern - zu zeigen, wer hier der tolle Hecht ist. Und hat sich dafür noch nicht einmal anstrengen müssen. Ganz instinktiv hat er sich in aller Ruhe Papier und Stift reichen lassen,
  • für sich eine Arbeitsfläche bemerkenswerten Ausmaßes beansprucht,
  • jeden einzelnen Protokollpunkt hinterfragt (und damit seine Kompetenzen demonstriert),
  • um ihn dann in aller Ausführlichkeit niederzuschreiben,
  • während wir anderen mit unserer Diskussion auf ihn warteten.

Obwohl Neuling im Elternbeirat hat er die übrigen Mütter so beeindruckt, dass er gleich noch zum Stellvertreter für den Stadtelternrat gewählt wurde. Den Posten als ständiger Protokollführer, den ich ihm grinsend vorschlug, hat er übrigens mit ruhiger Bestimmtheit ausgeschlagen.

Alle Achtung, dachte ich mir: Wenn es darum geht, welche Wege man als Mittelmaßmama Richtung Karriere beschreiten kann, das hier ist wahrlich ein Köngisweg! Der Weg, in kurzer Zeit sein Revier zu markieren, um sich künftig, statt sich mit dämlichen Mitschriften abzuhetzen, übergeordneten Aufgaben zu widmen.

PS: Definitiv empfehlenswert, wenn man neu in einer Gruppe ist und schnellstens positiv auffallen will.

Dieser Beitrag ist von Mama-nagement written by Mittelmaßmama in ihrem Blog. Vielen Dank!


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