Ich klopfe an die Kinderzimmertür und flöte in meiner lieblichsten Mami-Stimme: „Hallo ihr beiden da drin. Habt ihr’s schön? Wollt ihr nicht mal in die Küche kommen und was trinken?“
Eine berechtigte Frage könnte jetzt lauten: Warum klopft die gute Frau in ihrer eigenen Wohnung an die Kinderzimmertür? Da sind doch keine Teenager drin, deren Privatsphäre man respektieren muss. Nein, es geht um zwei vierjährige Mädchen. Aber diese beiden haben mich gebeten, nicht ins Zimmer zu kommen, bis sie fertig sind. Dann wollen sie mir vorführen, in was für schöne Prinzessinnen sie sich verwandelt haben.
Wie süß, habe ich noch gedacht, als sie mich baten, ob sie sich zu diesem Zweck die Verkleidungskiste schnappen könnten. Natürlich, hatte ich gesagt. Rollenspiele zu lernen und Freundinnen zu spielen soll ja auch so gut für die Entwicklung von Kindern sein.
Es sind auf jeden Fall seitdem dreißig Minuten vergangen, und ich habe in dieser Zeit keinen Pieps aus dem Kinderzimmer gehört! Ein Grund zur Panik? Eigentlich nicht, denke ich mir. Jetzt sei doch froh, dass du endlich mal die ganzen ‚Kleinigkeiten‘ , die man als Mutter noch so auf dem Zettel hat, ganz flott abgearbeitet hast.